Alkoholvergiftung - Symptome, Erste Hilfe und Behandlung

Erste Hilfe bei Alkoholvergiftungen – so verhalten Sie sich richtig

Wir kennen Alkohol als ein Genussmittel, aber es ist auch ein Gift. Es beeinflusst Gehirn und das zentrale Nervensystem direkt. Die Alkoholvergiftung bezeichnet die bei übermäßigem Alkoholkonsum auftretende Vergiftung des menschlichen Körpers. Die Leber, verantwortliches Organ für den Abbau von Alkohol im Körper schafft es nicht mehr ihrer Aufgabe nachzukommen, es kommt zur Vergiftung.

Die Symptome der Vergiftung reichen, je nach Schwere, von Desorientierung und Sprachstörungen hin zu Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall kann eine Alkoholvergiftung zum Tode führen. Das Wissen über die richtige Hilfe und Behandlung sowie mögliche Folgen einer Alkoholvergiftung ist wichtig und kann im Extremfall Leben retten.

Die typischen Symptome einer Alkoholvergiftung

Die Schwere einer Alkoholvergiftung ist in vier Stadien unterteilt, abhängig vom Promillewert des Konsumenten und den Symptomen. Der Übergang ist aber fließend und an keiner genauen Promillezahl festgemacht. Die ersten Anzeichen einer einsetzenden leichten Alkoholvergiftung sind meist:

  • Ein gewisser Realitätsverlust und Enthemmungserscheinungen.
  • Verminderte Aufmerksamkeit gegenüber eventueller Gefahrensituationen (wie zum Beispiel das Überqueren einer Straße).
  • Das Schmerzempfinden ist weniger stark ausgeprägt, der Gleichgewichtssinn ist gestört.
  • Eventuell lallt der Betrunkene.
  • Durch die generelle Enthemmtheit tun Betrunkene manchmal Dinge, die für sie in nüchternem Zustand nicht in Frage kommen würden.
  • Ab einem ungefähren Promillewert von 2 treten Gedächtnislücken und Sprachstörungen auf, dem Betroffenen entfallen grundlegende Dinge wie der eigene Wohnort.
  • Die Gleichgewichtsstörungen sind ausgeprägter, der Gang ist schwankend und unsicher.
  • Häufig treten Sehstörungen auf, die Pupillen sind verengt.
  • Manche Menschen werden aggressiv, andere weinerlich oder verwirrt.
  • Gefährlich ist, dass der Körper immer mehr seiner Schutzreflexe verliert.

Wenn der Konsument nicht mehr ansprechbar ist und das Bewusstsein verliert, spricht man in jedem Fall von einer schweren Alkoholvergiftung. Der Patient hat einen Kreislaufschock und hat nun große Pupillen. Er reagiert nicht mehr auf äußere Reize wie Ansprechen oder Berührungen. Da sich viele Menschen bei übermäßigem Alkoholkonsum übergeben, besteht hier bei Bewusstlosigkeit die Gefahr des Erstickens. Diese Symtome treten bei einem ungefähren Promillewert von 2,5 bis 4 auf.

Das letzte Stadium einer Alkoholvergiftung ist lebensbedrohlich, weil die Atmung aussetzen kann. Der Patient befindet sich im Koma und Schockzustand. Die Pupillen reagieren nicht mehr auf Lichtreize. Es kann zu einem Kreislaufversagen kommend, Tod, Ende.

Erste Hilfe im Fall der Fälle einer Alkoholvergiftung

Erbrechen bei einer Alkoholvergiftung

Viele Menschen erbrechen bei übermäßigem Alkoholkonsum und Alkoholvergiftungen. Wann jemandem übel wird, ist unterschiedlich. Erbrechen bei einer Alkoholvergiftung ist ein Schutzmechanismus des Körpers wie auch bei vielen anderen Vergiftungen. Es verhindert, grade frühzeitiges Erbrechen, das weitere Aufnehmen von Alkohol über den Magen. Das Erbrechen bei Bewusstlosigkeit ist gefährlich, da es zum Erstickungstod führen kann.

Wenn jemand betrunken ist und Symptome einer Alkoholvergiftung zeigt, dann ist die betroffene Person vermutlich nicht mehr selbst in der Lage die eventuelle Gefährlichkeit ihres Zustands zu beurteilen. Deswegen kommt es auf die Einschätzung von Außenstehenden an, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Kritisch wird es, wenn auch die Begleitperson(en) betrunken sind, den Ernst der Lage nicht erkennen und keine ausreichende Erste-Hilfe leisten. Wenn die betroffene Person nicht mehr ansprechbar ist, dann sollte umgehend der Notarzt gerufen werden und bis zu seinem Eintreffen und der weiteren Behandlung Erste Hilfe geleistet werden.

Erste Hilfe im Fall der Fälle

Die betroffene Person ist nicht mehr ansprechbar, weggetreten oder bewusstlos: Bringen Sie den Patienten als Erstes in die stabile Seitenlage, so werden die Atemwege freigehalten, die Erstickungsgefahr durch Erbrechen wird verringert. Rufen Sie den Notarzt und halten Sie die bewusstlose Person warm, es ist wichtig sie vor Auskühlung zu schützen. Stark alkoholisierte Menschen kühlen schnell aus. Überprüfen Sie regelmäßig bis zum Eintreffen der Rettungskräfte die Atmung, im Notfall müssen Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Bleiben Sie beim Betroffenen und warten Sie auf den Notarzt.

Die betroffene Person ist ansprechbar: Wenn die betroffene Person ansprechbar ist, bleiben Sie bei ihr und versuchen Sie sie zu beruhigen. Verabreichen Sie vorsichtshalber keine Getränke oder Nahrungsmittel, da die Person auf jeden Fall nur über eingeschränkte Reaktionen verfügt. Verlangt der Alkoholisierte ausdrücklich nach etwas zu trinken, dann geben Sie ihm Wasser und achten Sie darauf, dass er sich nicht verschluckt! Legen Sie die Person nach Möglichkeit flach hin, am Besten in die stabile Seitenlage. So beugen Sie verschlucken oder einatmen des Erbrochenen vor. Es ist wichtig, dass der Patient nicht auskühlt, decken Sie ihn zu. Sollte die Person einschlafen, überwachen Sie den Zustand und Atmung.

  • Rufen Sie im Zweifelsfall immer den Notarzt!

Die weitere Behandlung durch den Notarzt

Wenn der Notarzt eintrifft, wird er den Kreislauf des Patienten überprüfen und darauf achten, dass der stabil ist und bleibt. Wenn der Patient nicht selbstständig ausreichend atmet, wird er intubiert und künstlich beatmet. Betrunkene sind oft unterzuckert, da Alkohol die Zuckerabgabe der Leber hemmt und so eine Senkung des Blutzuckerspiegels entsteht. Es wird ein intravenöser Zugang gelegt und eine Glucoseinfusion verabreicht.

Im Krankenhaus werden die Vitalfunktionen, also Atmung und Puls des Patienten weiter überwacht. Bei schweren Alkoholvergiftungen geschieht das meist auf der Intensivstation. Lange wurde bei einer Alkoholvergiftung üblicherweise der Magen ausgepumpt, mittlerweile verzichtet man nun oft darauf. Denn da der Alkohol schnell ins Blut übergeht, hat das sogenannte Magen auspumpen oft keine effektive Wirkung. Es können aber Medikamente oder Salzwasser zum Herbeiführen des Erbrechens verabreicht werden oder der Magen wird mit warmen Wasser gespült (das ist das sogenannte „Magen auspumpen“). Dann wird Aktivkohle und Glaubersalz gegeben. Meistens stellt die Behandlung im Krankenhaus also die reine Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten dar. In der Regel wird ein Patient nach 12 bis 24 Stunden entlassen.

Schädlicher Konsum –  das eigene Limit kennen

Der erste und wichtigste Schritt als Betroffener ist, zu erkennen, dass man ein Problem hat und Hilfe braucht. Wenn man vielleicht den Eindruck hat, dass man nach dem ersten Glas weitertrinken muss und nicht aufhören kann , von Familienmitgliedern oder Kollegen auf den Alkoholkonsum angesprochen wird und Alkoholkonsum einen festen Platz im alltäglichen Rhythmus gefunden hat oder Schuldgefühle bei oder nach dem Konsum von Alkohol -und es trotzdem nicht lassen können- hat, dann sind das handfeste Warnsignale.

  • Sich eingestehen, dass man ein ernsthaftes Problem hat, ist in den meisten Fällen ein schmerzhafter und kräftezehrender Prozess. Scham- und Schuldgefühle, Wut, Trauer und Ängste begleiten das zunehmende Erkennen der eigenen Abhängigkeit. Umso stolzer können Sie sein, Ihr Problem erkannt zu haben, nicht mehr die Augen davor zu verschließen und aktiv dagegen anzugehen. Schämen Sie sich nicht für Ihre Sucht, seien Sie stolz sie erkannt zu haben und nun dagegen angehen zu wollen.

Hilfe bei Alkoholproblemen – wichtige Adressen

Begleitung, Unterstützung und Beratung findet man in zahlreichen Einrichtungen. Auch Ihr Hausarzt kann eine erste Anlaufstelle sein. Jeder Betroffene hat seine eigene (Sucht-)Geschichte und seine eigenen Erfahrungen, aber mit Ihrer Sucht sind Sie nicht allein! Der Austausch mit anderen Betroffenen kann als hilfreich und erleichternd empfunden werden.

Wenn man als Angehöriger den Verdacht oder die Gewissheit hat, das ein Familienmitglied oder Freund ein Alkoholproblem hat, ist das eine große Belastung und mit großem Stress und Sorgen verbunden. Der Besuch einer Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe bietet Raum für Unterstützung und die Möglichkeit zum Gedankenaustausch.

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