Infektionskrankheit Röteln – Symptome, Impfung und diagnostische Verfahren

Die Röteln sind eine hoch infektiöse, aber in der Regel harmlose Erkrankung, die meist im Kindesalter auftritt. Nur selten kommt es zu Komplikationen wie z. B. Arthritiden, Bronchitis oder Enzephalitis. Infizieren sich Erwachsene mit dieser „Kinderkrankheit“, ist das Risiko, dass Komplikationen auftreten, erhöht.

Besonders gefährlich ist eine Infektion für Frauen in der Schwangerschaft, da das Rötelnvirus den Fötus v. a. in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten schädigen kann. Eine Infektion mit Rötelnviren kann eine sog. Röteln-Embryopathie zur Folge haben, die zur Schädigung von z. B. Herz oder Augen bzw. zu Fehl- oder Frühgeburt führen kann.

Das Rötelnvirus

Bei dem Rötelnvirus handelt es sich wie bei den meisten Viren um ein sog. RNA-Virus, d. h. das Genom des Virus besteht aus Ribonukleinsäure. Im Unterschied zur meist als Doppelhelix aufgebauten DNA (Desoxyribonukleinsäure) besteht die RNA in der Regel aus nur einem Strang. Ein weiterer Unterschied zwischen DNA und RNA besteht in den Basenpaaren. Bei der RNA kommen Cytosin, Guanin, Adenin und Uracil vor. Letzteres ersetzt die in der DNA vorkommende Base Thymin. Auch der Zucker, an den die Basen binden, unterscheidet sich. Während es sich bei der DNA um Desoxyribose handelt, kommt in der RNA Ribose vor.

  • Das Rubellavirus gehört zur Familie der Togaviren (Togaviridae). Es ist von einer Lipidhülle umgeben, die der Virusfamilie den Namen verlieh (toga, lat.: Mantel).
  • Der ungefähre Durchmesser dieser Hülle beträgt rund 50-70 nm. Von dieser Hülle wird die Erbsubstanz – eine Einzelstrang-RNA – umgeben.

Ursachen und Entstehung

Ursache für die Erkrankung ist das Rötelnvirus, das in der Regel z. B. beim Niesen oder Husten mit Sekreten aus den Atemwegen in die Luft gelangt und aerogen übertragen wird (sog. Tröpfcheninfektion). Es dringt über die Schleimhäute der oberen Atemwege (z. B. Nase oder Mund) in den Körper ein und vermehrt sich im lymphatischen System weiter. Die Inkubationszeit, d. h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, beträgt ca. zwei bis drei Wochen. Das Rötelnvirus kann jedoch auch diaplazentar, d. h. über den Mutterkuchen (Plazenta) übertragen werden und den Fötus im Mutterleib v. a. in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen schädigen.

Die Einführung der Impfung gegen Röteln – in der BRD 1974, seit 1990 auch in den neuen Bundesländern – hat zu einem Rückgang der Rötelnerkrankungen geführt. Heute wird diese Impfung als Kombinationsimpfung (MMR: Masern, Mumps, Röteln) angewendet. Laut den Schätzungen des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2003 kam es 2000 dennoch zu mindestens fünf Fällen einer konnatalen Rötelnerkrankung, d. h. einer Infektion des Fötus im Mutter.

Symptome und diagnostische Verfahren bei Röteln

Zwei bis drei Wochen nach der Infektion mit dem Rötelnvirus treten erste Symptome auf. In der Regel beginnt die Rötelnerkrankung mit leichtem Fieber. Bei einem Teil der Patienten kommen Symptome wie ein Katarrh der oberen Atemwege und Schwellungen der Lymphknoten hinzu. Bereits währenddessen oder auch kurz danach treten die charakteristischen Hautausschläge, ein sog. Exanthem, auf. Meist beginnen diese Ausschläge im Gesicht, breiten sich rasch auf dem gesamten Körper aus und gehen nach kurzer Zeit wieder zurück. Sie bestehen aus linsengroßen und wenig erhabenen blassroten Flecken, die nicht ineinanderfließen.

Das Auftreten eines Exanthems allein ist jedoch zur sicheren Diagnosestellung nicht ausreichend, da auch andere Erkrankungen (Masern, Scharlach etc.) mit ähnlichen Ausschlägen einhergehen. Außerdem können derartige Hautausschläge z. B. auch durch Arzneimittel hervorgerufen werden oder Symptome einer allergischen Reaktion sein.

  • Ein sicherer Nachweis für eine Infektion mit dem Rötelnvirus ist nur durch eine Blutuntersuchung möglich. Im Serum können spezifische Antikörper nachgewiesen werden, die u. a. charakteristisch für eine Rötelninfektion sind. Antikörper werden vom Immunsystem als Reaktion auf bestimmte körperfremde Stoffe, sog. Antigene, gebildet – in diesem Fall als Reaktion auf Strukturproteine des Rötelnvirus.
  • Des Weiteren lässt sich im Blutbild eine sog. Leukopenie, d. h. eine Abnahme der Anzahl der Leukozyten, beobachten. Gleichzeitig ist eine relative Lymphozytose, d. h. eine erhöhte Lymphozytenzahl, messbar.

Behandlung und Prophylaxe

Eine spezifische Therapie gegen Röteln existiert nicht. In der Regel wird Bettruhe und ggf. ein fiebersenkendes Medikament verordnet. Die Krankheit ist bereits ca. eine Woche vor Ausbruch des Exanthems ansteckend. Da die Erkrankung auch noch ca. eine Woche nach dem Auftreten des Exanthems ansteckend ist, sollten Betroffene den Kontakt mit nicht immunisierten Personen während dieser Zeit nach Möglichkeit vermeiden.

  • Nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine konnatale Infektion (eine Infektion des Fötus im Mutterleib oder während der Geburt) mit dem Rötelnvirus an das Robert Koch-Institut zu melden. Meldepflichtig sind die Einrichtungen, bei denen der Erregernachweis durchgeführt wurde. Die Meldung der Daten erfolgt ohne Nennung des Namens der erkrankten Person.

Impfung zur Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen Röteln ist eine Schutzimpfung anzuraten. Kinder zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat können mit einem kombinierten Impfstoff nicht nur gegen Röteln, sondern gleichzeitig auch gegen Masern und Mumps geimpft werden (sog. MMR-Kombinationsimpfung). Um eine lebenslange Immunisierung zu gewährleisten, muss die Impfung (frühestens nach vier Wochen) wiederholt werden. Generell kann die Impfung jedoch in jedem Alter erstmalig durchgeführt werden. Empfehlenswert ist die Röteln-Schutzimpfung für seronegative Menschen, die z. B. viel Umgang mit Kindern haben, und auch für Frauen mit Kinderwunsch, die noch nicht ausreichend immunisiert sind.

(Artikel: droforma | Artikelbild dank AdobeStock Tobias Arhelger)

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle

Hypnotherapie – als Technik zur Schmerzkontrolle hocheffektiv

Die Hypnotherapie (Hypnosetherapie) ist eine sehr alte Behandlungsmethode in der Medizin und Psychotherapie. Die Therapie ist ein anerkanntes und bewährtes psychotherapeutisches Verfahren in der Schmerzpsychologie. Das Prinzip der Hypnotherapie ist, den Patient in einen schlafähnlichen Bewusstseinszustand zu versetzen, weil in dieser Situation eine erhöhte Beeinflussbarkeit (Suggestibilität) gegeben ist, die dann verbal therapeutisch ausgenutzt werden kann.

In den letzten Jahren hat die Hypnotherapie (Hypnosetherapie) zur Behandlung chronischer Schmerzen in der Schmerzpsychologie an Bedeutung gewonnen und wurde mittlerweile in die interdisziplinäre Schmerztherapie integriert.

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle ist eine psychotherapeutische Arbeitsweise, welche sich der Trance als Zugang zum Schmerz bedient. In der Trance können innere Kräfte zur Überwindung von Schmerzen gebündelt werden. Hypnotherapie (Hypnosetherapie) zur Schmerzkontrolle wirkt also darauf hin, Selbstheilungskräfte im Menschen zu aktivieren.

Zur Behandlung von Schmerzen kann in der Hypnotherapie (Hypnosetherapie) ein symptomorientiertes, ein problemorientiertes oder ein psychodynamisches Vorgehen gewählt werden.

Die Indikation für ein symptomorientiertes Vorgehen besteht bei

  • Akut-Schmerzen,
  • chronischen Schmerzpatienten, die noch keine Einsicht in psychosomatische Zusammenhänge erlangt haben,
  • sehr starken Schmerzen und
  • Schmerzen, bei denen psychosoziale Aspekte im Hinblick auf die Schmerzaufrechterhaltung keine Rolle spielen.

Die symptomorientierte Hypnotherapie (Hypnosetherapie) bedient sich assoziativer und dissoziativer Techniken (siehe unten).

→ Die Indikation für ein problemorientiertes Vorgehen besteht bei

  • chronischen Schmerzen,
  • der Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit auf Patientenseite und
  • Einsichtsfähigkeit in Bezug auf psychosomatische Zusammenhänge.

Die problemorientierte Hypnotherapie (Hypnosetherapie) bedient sich assoziativer und symbolischer Techniken (siehe unten) und erfordert eine intensive Schmerzanalyse hinsichtlich Genese, aufrechterhaltenden Bedingungen, des systemischen Kontextes usw.

→ Die Indikation für ein psychodynamisches Vorgehen besteht bei

  • Versagen von symptom- oder problemorientiertem Vorgehen und
  • bei lebensgeschichtlichen Zusammenhängen von psychischen Konflikten oder Traumata mit dem Schmerzsyndrom.

Die psychodynamische Hypnotherapie (Hypnosetherapie) bedient sich der Technik der Altersregression (siehe unten). Im Rahmen einer Hypnotherapie können verschiedene Techniken hypnotischer Schmerzkontrolle eingesetzt werden. Peter (2003) unterscheidet assoziative, dissoziative, symbolische und Techniken der hypnotischen Altersregression.

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle mit assoziativen Techniken:

Grundsätzliche Indikation:

  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen (nicht bei Phantom- oder Krebsschmerzen)
  • Aktive Mitarbeit und hohe Motivation auf Patientenseite
  • Auch bei eher geringer Hypnotisierbarkeit
  • Unklare, wandernde oder nicht zu fassende Schmerzzustände

Assoziative Techniken sind auch unter der Bezeichnung „Schmerzfokussierung“ bekannt. Zunächst wird – auch ohne explizite Hypnoseinduktion – eine Schmerzgestalt konstruiert. Diese wird dann verändert.

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle mit dissoziativen Techniken:

Grundsätzliche Indikation:

  • Genügend Suggestibilität

Teilkörperdissoziationen in Form von körperlichen oder kinästhetischen Dissoziationen dienen dazu, den schmerzenden Teil vom Rest des Körpers abzuspalten. Beispiel: Handschuhanästhesie

Spezifische Indikation:

  • Schmerzen in den Extremitäten
  • Klar umgrenzten Schmerzen
  • Deutlich auf der Körperoberfläche lokalisierbare Schmerzen

Ganz-Körper-Dissoziationen in Raum und Zeit (Altersregression) dienen dazu, sich in großer räumlicher oder zeitlicher Distanz vom Schmerz mit einer anderen Wirklichkeit zu beschäftigen, die schmerzantagonistischen Charakter hat und lebensgeschichtlich bedeutsam ist. Sie sind besonders geeignet, den affektiven Schmerzanteil zu verändern.

Spezifische Indikation: Umfassende, z.B. im Kopf oder Rumpf lokalisierbare Schmerzen

→ Symptomsubstitution: Hypnotische Umwandlung des Schmerzes in stärker störende Empfindungen (z.B. starkes Jucken) und deren Modifikation in eine erträglichere Form oder ein erträglicheres Ausmaß.

→ Symptomverschiebung: Räumliche Veränderung des Schmerzes hinsichtlich Größe oder Position.

Sensorische Dissoziation: Suggestive Lenkung der Wahrnehmung in der Hypnotherapie (Hypnosetherapie), und zwar weg von der kinästhetischen zur visuellen oder akustischen Sinnesmodalität, d.h. den weniger affektiv getönten „Fernsinnen“.

Hypnotherapie zur Schmerzkontrolle mit symbolischen Techniken:

Hier wird versucht, aufbauend auf der durch assoziative Techniken konstruierten Schmerzgestalt, den Schmerzen eine sinnstiftende Bedeutung (Neuinterpretation) zu geben. Symbolische Techniken erfordern keine formale Hypnoseinduktion oder hohe Hypnotisierbarkeit, wohl aber eine ausreichende Imaginationsfähigkeit.

Die Schmerzgestalt soll z.B. über den auditiven oder visuellen Kanal mitteilen, welche Ursachen oder welche Bedeutung der Schmerz hat und welche Art von Behandlung Sinn machen könnte. Die Schmerzgestalt kann auch einer „alten, weisen Heilergestalt“ zu Füßen gelegt werden, mit der Bitte, etwas damit zu tun oder einen Rat zu geben. Kann keine Schmerzgestalt entwickelt werden, werden im Rahmen der Hypnotherapie entsprechende Vorschläge gemacht (z.B. „Wenn Sie sich eine Person vorstellen, die ähnliche Schmerzen hat wie Sie …“).

Hypnotherapie (Hypnosetherapie) zur Schmerzkontrolle mit altersregressiven Techniken:

Über hypnotische Altersregressionen können kritische, den Schmerz mitbedingende oder gar verursachende Situationen aufgefunden und aufgesucht werden. Entscheidend ist dann das Wiedererleben der kritischen Situation mit allen Sinnen. Eine Neukonstruktion der vergangenen kritischen Situation, z.B. durch das Einbringen inzwischen erworbener Ressourcen, kann zu einer bedeutenden Schmerzreduktion führen.

(Artikelbild dank AdobeStock & WavebreakMediaMicro)