Heilen mit Schlick und Schlamm – so heilsam wirkt es

Manch einem wird wohl unwohl bei der Vorstellung an Moore, an Schlick oder Schlamm. An dem was sich in und unter der undefinierbaren Masse befindet.

Doch eine Anwendung mit diesen schlammartigen Substanzen kann Wellness pur sein, sie pflegen die Haut und können sogar bei der Behandlung von chronischen Beschwerden unterstützen. Diese Substanzen nennt man Peloide. Viele Tierarten machen uns vor, wie gesund und genussvoll ein Schlammbad sein kann, denn sie suhlen sich einfach mal im Selbigen. Neben Kurkliniken haben sich nun auch viele Wellness-Regionen, Wellnesshotels und Wellnessoasen schon auf die Behandlung mit Schlick, Schlamm, Erde, Torf, Lehm und Moor spezialisiert.

Entschlacken mit Balneo

Badetorf z.B. steckt voller Mineralien und Wirkstoffe. Er ist sehr selten und somit sehr wertvoll. Er wird in der heutigen Medizin sogar als Heilmittel eingesetzt. Wer hat nicht schon mal von Fangopackung, Kreidebädern, Moorbädern oder Schlammpackungen gehört. Behandlungen mit diesen Zutaten gehören zur Gruppe der so genannten Balneotherapie. Die Balneotherapie wird auch als Bädertherapie bezeichnet: Heilwasser, Kälte, Wärme, Moor und Schlamm sind die Bestandteile dieser besonderen Kur. Der Körper soll dabei entspannen und vor allen Dingen entschlacken. Vielerorts werden solche Stoffe bei der Behandlung von Gicht, Stoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen oder auch Darmerkrankungen angewendet. Bei vielen Krankheitsbildern übernehmen Krankenkassen sogar schon die Kosten für eine Behandlung.

Thalasso – die Kraft aus dem Meer

Auch die Thalasso-Therapie beschäftigt sich mit Schlick und Schlamm als Heilmittel. Bei dieser Behandlungsform kommen die Zutaten allerdings aus dem Meer und nicht aus dem Moor. Algen, Schlick, Meerwasser und Salz wurden in Verbindung mit Sand, Sonne und Wind schon frühzeitig als Naturheilmethode (erste Anwendungsberichte gehen sogar auf 5.000 Jahre zurück) eingesetzt und angewendet. Heute unterliegt die echte Thalassotherapie vorgeschriebenen Qualitätskriterien.

Thalasso-Awendungen werden z.B. bei rheumatischen Erkrankungen, bei Hautkrankheiten oder auch bei Gelenkschmerzen hilfreich eingesetzt. Sogar in der Kneipp-Therapie finden sich Ansätze wieder. Neben ausgewählten Wellnesshotels gibt es auch so genannten Thalasso-Zentren, die sich auf die Behandlungsform spezialisiert haben.

Meereszutaten & Co. für die Schönheit

Die Kraft von Algen, Schlamm, Schlick, Moor und Co. haben aber auch in der Kosmetik längst einen festen Platz gefunden. Algen z.B. sind voller guter Nährstoffe. Sie beinhalten Mineralsalze, Spurenelemente und darüber hinaus auch Vitamine und Aminosäuren. Diese Inhaltsstoffe benötigen unsere menschlichen Zellen sowohl zur Regeneration als auch zur Zellenneubildung. Daher befinden sich Algen, Schlick oder auch Meersalz gern in Anti-Aging-Produkten aber auch in vielen Erzeugnissen zur Cellulite-Bekämpfung. Denn sie regen die Durchblutung an und absorbieren sogar Hautfett. Mittlerweile sind bereits mehr als 20.000 Algenarten bekannt. In vielen Ländern gelten sie sogar als Delikatesse – sind sie doch auch wahre Nährstoff-Lieferanten.

Jahrhunderte alte Heilpraktiken noch immer aktuell

In der Natur ist gegen jede Krankheit ein Kräutlein gewachsen, sagt man. Jeder Apotheker wird bestätigen, dass dieser Ausspruch seine volle Richtigkeit hat. Das gesamte Spektrum von Gesundheitsstörungen von Akne bis Zahnschmerzen kann mit einer pflanzlichen Medizin behandelt werden. Schon unsere Großmütter gaben beispielsweise den kleinen Babys eine Veilchenwurzel zu kauen, wenn sich die ersten Zähnchen ankündigten. Die Veilchenwurzel nimmt den Schmerz und erleichtert das Zahnen. Hatten die Kleinen Bauchschmerzen, dann wurde der Bauchnabel in Uhrzeigerrichtung mit Kümmelöl massiert. Dieses Rezept eignet sich auch für Erwachsene und bring rasche Erleichterung.

Das Kümmelöl wirkt krampflösend, genau wie Kampfer. Kampfersalbe kann unter anderem auch bei Wadenkrämpfen angewendet werden, die sich damit sehr rasch zum Stillstand bringen lassen. Bei Muskelkater und ähnlichen Beschwerden des Bewegungsapparates helfen Zubereitungen aus Latschenkiefer sehr gut, denn sie regen die Durchblutung an. Auch bei rheumatischen Erscheinungen ist die Latschenkiefer ein effektives Mittel.

Selbst bei Erkältunggen dient ein Bad mit einem Latschenkieferpräparat der Genesung. Natürlich sind auch Inhalationen damit oder auch mit Pfefferminzöl sehr wirkungsvoll. Das Pfefferminzöl ist ein kleiner Alleskönner. Neben Erkältungen kann es auch Magenbeschwerden kämpfen. Ein bis drei Tropfen auf einem Stückchen Zucker eingenommen, wirken manchmal Wunder. Ein Tee aus Wermutblättern ist ebenfalls für die Beseitigung von Beschwerden des Magen- und Darmsystems geeignet, jedoch schmeckt er recht bitter, genauso bitter wie Bärentraubenblättertee. Dieses wiederum ist das Mittel erster Wahl bei Entzündungen der Blase und der Nieren. Gerade Blasenentzündungen sind oft äußerst schmerzhaft, ein Tee aus Bärentraubenblättern oder ein Extrakt daraus, den man in der Apotheke kaufen kann, befreit überraschend schnell von den Schmerzen.

Auch Heilkräfte der Pflanzen nutzen

Doch nicht nur Pflanzen bergen die Heilkräfte der Natur ins sich, auch einige tierische Produkte können bei der Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit gute Dienste leisten. Ein wenig geschmolzene Butter, die auf ein Leinenläppchen gegeben und so warm wie möglich auf die Brust eines an Husten oder Bronchitis leidenden Patienten gegeben wird, löst den Schleim und beschleunigt die Heilung.

Am besten, am bedeckt dieses „Butterfleckchen“ mit einem Stückchen Stoff aus echter Schafwolle. Eine Naturmedizin par excellence ist der Honig. Er hilft bei Erkältunggen in warmen Tee aufgelöst genauso gut wie bei Bauchweh. Trinkt man am Morgen ein wenig Honig in lauwarmem Wasser aufgelöst, so werden Verdauungsbeschwerden schnell beseitigt. Auch gegen trockene und aufgesprungene Lippen im Winter hilft eine Einreibung mit Honig. Selbst Diabetiker wird empfohlen, ab und zu einen Teelöffel Honig zu essen, da er viele gesunde Mineralstoffe und Spurenelemente enthält und so ganz nebenbei den Appetit auf Süßes stillt. Auch die Ziege liefert mit ihrer Milch ein ausgezeichnetes Naturheilmittel.

Bei Menschen, die sich nach einer Erkrankung in einem Schwächezustand befinden, ist die Ziegenmilch ein Stärkungsmittel, das schnell wieder Kraft gibt. Die Natur ist nach wie vor die beste Apotheke, denn die meisten Naturheilmittel sind völlig nebenwirkungsfrei und noch dazu ausgesprochen kostengünstig.

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